Wetter

Mal drüber nachdenken! Ein kleiner Hinweis, einfach mal durchlesen

Guten Tag, hier spricht Ihr Flugkapitän!

Jeder kennt diese Lautsprecher-Durchsagen im Flugzeug: Der Pilot meldet sich mit einem freundlichen „Guten Tag, hier spricht Ihr Kapitän!“.

Er gibt dann die Flugdetails bekannt und informiert falls Wetterkapriolen oder andere Umstände Änderungen der Route erfordern.

Allein ein Spaßvogel unter den Fluggästen würde das Boardpersonal bitten, dem Piloten ein paar gute Ratschläge für seine Arbeit auszurichten – schließlich verfügt der Pilot über die Qualifikation, die Erfahrung und alle Informationen, die für seine verantwortungsvolle Aufgabe erforderlich sind.

Meteorologisches Fachwissen der Ballon-Piloten:

Nicht anders verhält es sich beim Heißluftballon:

Wir Piloten haben eine gründliche Ausbildung und entsprechende Fahrpraxis am Himmel. Dank sehr guter meteorologischer Kenntnisse beurteilen wir zuverlässig, wann die Wetter-Bedingungen eine Ballonfahrt zulassen – und wann nicht.
Auch bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein können Faktoren wie zu viel bzw. zu wenig Wind in bestimmten Höhen oder Gewitterwarnungen im Umkreis von 50 Kilometern uns zu der verantwortungsbewussten Entscheidung veranlassen, diesmal besser am Boden zu bleiben.

Auch die immer heißer werdenden Sommer lassen und zu dieser Entscheidung kommen.

Warum???
Das hat sowohl mit der Physik als auch mit der Fürsorge zu tun.

Die Physik hinter der Tragfähigkeit eines Heißluftballons:
Der Heißluftballon funktioniert weil warme Luft leichter ist als kalte Luft!
Damit wir abheben können benötigen wir in der Ballonhülle ca 70/75 Grad mehr als die Temperatur der Umgebungsluft.
Wenn es zum Startzeitpunkt schon/oder noch 29-35 Grad hat, dann müssen wir die Hülle auf 100-110 Grad aufheizen um Auftrieb zu bekommen.

Diese hohen Temperaturen, an und über den Betriebsgrenzen, bedeuten einen enorm höheren Verschleiß des Materials und darunter leidet dann eure Sicherheit.
Auch bedeuten diese hohen Temperaturen ein Verlust der Tragfähigkeit, so das wir dann nicht mehr abheben können.
Mit Temperaturen an oder über den Betriebsgrenzen wird der Ballon auch sehr träge und langsam von seiner Reaktion, was wiederum eure und unsere Sicherheit gefährdet.

Der Aufbau des Ballons mit abladen des Korbes, tragen von Gasflaschen, tragen der Hülle, befüllen der Hülle mit heißer Luft und später der Abbau sind körperlich sehr anstrengend, nicht nur für unser Team, sondern auch für euch als Mitfahrer.
Bei so hohen Temperaturen ist das eine enorme Belastung für Herz und Kreislauf.

Eure Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden stehen bei uns ganz oben.

Sollte ein anderer Ballon trotzdem abheben, liegt dies evtl. daran, dass sein Pilot „risikofreudiger“ ist, oder dass es sich um eine Ausbildungsfahrt ohne Passagiere handelt. Für uns gilt in jedem Fall die Devise „Safety first!“ und das Motto „Nicht zu starten, kann nie die falsche Entscheidung gewesen sein.“

Flugwetter-Informationen des Deutschen Wetterdienstes

Genauso wie die Flugkapitäne der Airlines beurteilen wir Piloten die Verhältnisse entlang der geplanten Route ausschließlich anhand der detaillierten Flugwetter-Hinweise des Deutschen Wetterdienstes. Diese stellen – im Gegensatz zu Wetter-Websites und Handy-Apps – die einzige rechtsverbindliche Wetterberatung für die Luftfahrt dar. Auf dieser zuverlässigen Informationsgrundlage sowie auf Basis unseres Fachwissens und Erfahrung sorgen wir Piloten für die größtmögliche Sicherheit der Passagiere – damit auch Ihre Ballonfahrt im besten Sinne zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.